Entscheidet man sich für den Bau einer eigenen Terrasse, ist Holz ein beliebter Werkstoff. Doch Holz ist nicht gleich Holz: Die Auswahl an Holzarten und verschiedenen Behandlungsarten ist groß. Bei der Entscheidung sollte man sich der verschiedenen Vor- und Nachteile immer bewusst sein.

Zunächst ist es nicht ratsam, bei der Auswahl eines Holzes zu sehr auf die Farbe zu achten, da der natürliche Farbton nach einiger Zeit bei allen Hölzern verloren geht und sich durch Sonneneinstrahlung von einem dunkelbraunen oder gelblichen Farbton zu einem grauen wandelt. Stattdessen sollten andere Kriterien beachtet werden.

Tropenhölzer wie Teak oder Meranti sind als Terrassendielen besonders beliebt: Ihre Haltbarkeit ist der heimischer Hölzer weit überlegen und sie splittern außerdem nicht so sehr wie beispielsweise Lärchen, Robinien-, Fichten- oder Douglasienholz. Für diese Vorteile jedoch muss man deutlich tiefer in die Tasche greifen, und zudem verzichten mit gesteigertem Umweltbewusstsein immer mehr Menschen auf diese exotischen Hölzer, für deren Gewinnung der ohnehin immer mehr schwindende Regenwald gerodet wird.
Die Haltbarkeit verschiedener Dielen wird in Dauerhaftigkeitsklassen angegeben.

Dauerheitsklassen für Holz nach DIN EN 350-2:

Klasse 1: sehr dauerhaft (Tropenhölzer)

Klasse 1-2: dauerhaft bis sehr dauerhaft (Kernholz Robini, Merbau)

Klasse 2: dauerhaft (europ. Eiche, Edelkastanie, Bankirai, Meranti)

Klasse 3: mäßig dauerhaft (Douglasie, Lärche, Pine, Nussbaum)

Klasse 4: wenig dauerhaft (Tanne, Fichte, Ulme, Kiefer)

Klasse 5: nicht dauerhaft (Birke, Buche, Esche, Linde, Ahorn, Erle)

Um trotz der Nachteile der heimischen Hölzer und der Bedenken über die Umweltfreundlichkeit von Tropenhölzern langlebige Holzdielen zu schaffen, hat man einige Verfahren zur Behandlung des Holzes entwickelt. Die verbreitetsten sind dabei die Kesseldruck-Imprägnierung, die Thermobehandlung, die Wachstränkung und die Verwendung von Wood-Polymer-Composites. Sie haben gemeinsam, dass die Behandlungsmethoden Risse und Splittern verhindern oder zumindest deutlich verringern und das Holz widerstandsfähiger gegen die Witterung machen.

Kesseldruck Imprägniertes Holz

Bei der Kesseldruck-Imprägnierung wird unter hohem Druck Holzschutzmittel in die Holzfasern gepresst. Diese Behandlung ist besonders für Nadelhölzer geeignet, die Verwendung als Terrassendielen wird allerdings nicht empfohlen, da einerseits die Aussetzung ständiger Nässe die Haltbarkeit beeinträchtigen kann und anderseits häufig Holzschutzmittel verwendet werden, die schädliche Stoffe enthalten. Dies kann vor allem beim Betreten mit nackten Füßen gesundheitsschädlich sein.

Thermobehandeltes Holz

Thermoholz entsteht durch Hitzeeinwirkung und wird schon lange verwendet. Bei der Thermobehandlung wird die Struktur des Holzes verändert und so eine Haltbarkeit erreicht, die an die von Tropenholz heranreicht. Hauptsächlich wird dazu Buchenholz verwendet, jedoch sind mittlerweile auch thermobehandelte Kiefer, Eiche und Esche erhältlich. Zwar wird dadurch die Stabilität verändert, was gegen eine Verwendung in Unterkonstruktionen spricht, für Terrassendielen ist thermobehandeltes Holz jedoch eine sehr gute Alternative zu tropischen Holzarten.

Wachsgetränktes Holz

Diese Konservierungsart ist noch recht neu; sie beruht auf einer Wachsbehandlung und wird nur von einer Firma durchgeführt, die das Holz als Dauerholz verkauft und die genaue Herstellungstechnik nicht preisgibt. Die Vorteile sind eine lange Haltbarkeit und Umweltfreundlichkeit, wodurch wachgetränktes Holz als Terrassendielen bestens geeignet ist. Dank seiner Stabilität kann es auch für Unterkonstruktionen verwendet werden.

Wood-Polymer-Composites

Wood-Polymer-Composite (WPC) ist ein Werkstoff, der nicht nur aus Holz, sondern auch aus Kunststoff besteht und somit leichter und witterungsbeständiger ist. Auf lange Sicht können das ständige UV-Licht, die Feuchtigkeit und die Hitze das WPC dennoch beschädigen, als Terrassenbelag ist der Werkstoff trotzdem eine gute Lösung. Jedoch sollte man sich im Klaren darüber sein, dass sich WPC durch den hohen Kunststoffanteil in der Sonne vor allem im Sommer sehr stark aufheizen kann und ohne Schuhe kaum zu betreten ist.

Wie pflegt und reinigt man eine Holzterrasse?

Hat man sich für Massivholz entschieden, sollte beachtet werden, dass eine Terrasse gepflegt werden muss, um möglichst lange zu halten. So sollte man bereits nach drei Monaten zum ersten Mal ölen und dies weiterhin zweimal im Jahr tun, am besten im Frühjahr, wenn die Gartensaison beginnt, und noch einmal zu Beginn des Herbstes. Außerdem sollte das Holz regelmäßig gepflegt werden; mit einem Messer oder Schleifpapier kann man aufgerichtete Fasern entfernen und so splittern vermeiden. Die Reinigung sollte schonend erfolgen: Hochdruckreinigung kann dem Holz schaden, besser verwendet man eine Wurzelbürste.

Was ist bei der Planung zu beachten?

Hat man sich schließlich für eine Holzart entschieden, gilt es die richtige Stärke und Breite der Dielen festzulegen. Diese kann prinzipiell nach Geschmack erfolgen, jedoch sind die im Handel erhältlichen Dielen meist 21 beziehungsweise 25-27mm dick. Wichtig ist die Abstimmung auf die Unterkonstruktion, da bei falscher Planung die Dielen durchhängen und somit beschädigt werden oder sogar brechen können. Bei einer Stärke von weniger als 25mm sollte der Achsabstand der Unterkonstruktion höchstens 40cm betragen, bei über 25mm sollte er 50cm nicht überschreiten.

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