Ohne groß handwerklich geschickt zu sein, ist jeder in der Lage, einen eigenen Esstisch zu bauen. Das hat gegenüber gekauften Esstischen den Vorteil, dass es ein echtes Unikat ist. Zum Selberbauen einfach die folgende Anleitung beachten:

Das Wichtigste ist zunächst, dass man vor dem Bauen weiß, wie der zukünftige Esstisch aussehen soll. Es ist sehr hilfreich, ein Bild von dem zukünftigen Esstisch zumindest grob auf Papier zu bringen. Dabei sollte klar sein, in welchem Stil der Esstisch gebaut werden soll. Schlicht und geradlinig? Minimalistisch? Mit Industrie-Charme? Je nach gewähltem Stil hängt dann auch das benötigte Material usw. ab. Hier gibt es eine Anleitung für einen Esstisch im Industrie-Charme.

Für diesen Esstisch werden nur zwei unterschiedliche Materialien benötigt – alte Holzbohlen und Metall. Wer sich gegen alte Holzbohlen entscheidet und eher massive Tischplatten aus Holz haben möchte, kann sich diese vom Tischler anfertigen lassen oder direkt liefern lassen. Je nach Größe und Umfang kann man angefertige massive Tischplatten ab 160€ bestellen. In unserem Fall nutzen wir 3 Holzbohlen für unsere Tischplatte und 2 pulverbeschichtete Metallsockel als Tischkufen. Somit ist der Esstisch rustikal, aber dennoch schlicht.

Ebenfalls eine wichtige Frage ist, wo der Esstisch später stehen soll. Selbst gebaute Tische haben immer kleine Macken, diese können direkt an die Stelle gebaut werden, wo sie später ohnehin nicht sichtbar sind.
Ebenfalls sollte vorher überlegt werden, wie groß der Esstisch werden soll. Denn auch davon hängt wieder das benötigte Material und wie es zugeschnitten werden soll ab. Deshalb sollte das vorher gut ausgemessen und überlegt werden. Soll der Tisch am Ende größer werden, so ist das problematisch.

Was brauche ich um einen Esstisch zu bauen

Nach den Überlegungen kann es nun an den Bau des Esstisches gehen. Dafür wird zunächst das richtige Material benötigt. Für den Tisch sollen alte Holzbohlen aus Eichenholz verwendet werden. Das richtige Material zu finden, gestaltet sich auf dem Land oft einfacher, da viele alte Eichenbohlen auf dem Speicher haben. Wer Geld sparen will, sollte hier also einmal nachfragen. Ansonsten müssen die Eichenbohlen gekauft werden.
Bei den Bohlen sollte darauf geachtet werden, dass diese noch relativ gerade sind und keine Holzwürmer haben. Die Länge sollte außerdem ungefähr der Länge für den späteren Tisch entsprechen. Im Baumarkt ist das natürlich einfacher, dafür aber auch teurer.
Wichtig ist außerdem, dass die Bohlen auch dick genug sind. Empfohlen wird eine Minimaldicke von 25 mm. Ansonsten könnte es später Probleme bei der Nutzung des Esstisches geben.

Die Tischplatte für den Esstisch gründlich schleifen

Wenn das Holz da ist, muss es noch bearbeitet werden. Handelt es sich um gebrauchte Bohlen, müssen diese erst einmal gereinigt werden. Dafür kann ein Hochdruckreiniger genutzt werden. Falls sich noch Nägel oder Schrauben im Holz befinden, können diese danach vorsichtig entfernt werden.
Danach müssen die Holzbohlen glatt gehobelt und besäumt werden, außerdem müssen sie auf die gleiche Länge gebracht werden. Das sollte am besten durch einen Tischler erledigt werden.
Die Bohlen sollten nach diesen Arbeiten sauber, glatt und aufeinander abgestimmt sein.

Anschließend sollten die Bohlen mit Schleifpapier bearbeitet werden. Zuerst mit einem 80er, dann noch mit einem 180er. Dabei darauf achten, dass nur die Seiten am Rand und die Oberfläche geschliffen werden. Innenseiten und Unterseite sollten nur sehr grob oder noch lieber gar nicht geschliffen werden. Sonst kann es zu Unebenheiten am Tisch kommen. Es sollte außerdem darauf geachtet werden, dass alle Jahresringe in die gleiche Richtung zeigen. Dann arbeitet das Holz im Laufe der Zeit in dieselbe Richtung.
Wer nicht von Hand schleifen will, kann sich auch einen Multischleifer ausleihen.

Neben der Oberfläche braucht der Tisch natürlich auch noch Füße. Dafür wurde am Anfang Metall benötigt. Die Kufen können auch einfach fertig gekauft werden, sind dann allerdings recht teuer. Wieviel Material benötigt wird, hängt von der Größe der Kufen ab. Generell sollte Metall genutzt werden, da die Kufen die schweren Holzbohlen ja auch halten sollen. Der Tisch soll außerdem gut und sicher stehen. Metallkufen bieten sich dafür an.

Sind die Metallkufen fertig oder gekauft, kann man sich wieder der Tischplatte zuwenden. Damit diese stabil bleibt und sich im Laufe der Zeit nicht verbiegt, sollten noch drei Querlatten unter die Bohlen geschraubt werden, am besten auch aus Eichenholz. So halten die Bohlen besser, auch wenn das Holz später arbeitet.

Die Oberfläche ist nun so gut wie fertig. Das Holz muss nur noch gestrichen werden. Dabei kann Holzlack genutzt werden oder das Holz kann nur mit einem transparenten Öl (zum Beispiel Leinöl) bestrichen werden. So bleibt die natürliche Optik des Holzes erhalten. Das Öl braucht mindestens 12 Stunden zum Trocknen – die Tischplatte ist danach fertig und wasserabweisend. Die Tischplatte sollte 1x im Jahr mit Öl nachbehandelt werden, um so den Schutz vor Schmutz und Wasser aufrecht zu halten.

Der finale Schritt für den Esstisch ist nun das Anbauen der Metallkufen. Diese sollten dafür an die Unterseite der Tischplatte gelegt werden, so, wie sie später angeschraubt werden. Dort dann Löcher ins Metall bohren (wobei die meisten Kufen bereits vorgebohrte Löcher haben), damit die Holzbohlen mit dem Metall verbunden werden können. Am besten verwendet man Einschraubmuffen, die in die Bohlen eingeschraubt werden und dann lassen sich Kufen und Bohlen mit Schlossschrauben bombenfest verschrauben.

Der Esstisch muss nun nur noch aufgestellt werden und kann dann benutzt werden. Der Esstisch ist garantiert ein Unikat, da er selbst angefertigt wurde.