Wir sind der Ansicht, dass der Familienwagen eigentlich als vollwertiges Familienmitglied zählen sollte. Ein langjähriger Besitz der Familienkutsche bezeugt nicht nur die Freundschaft zwischen den liebsten Menschen und der Maschine, sondern legt auch den Grundstein für viele wertvolle Erinnerungen:

Der gemeinsame Spitzname für das Auto, die erste Reise mit den Kindern und die Vesperpausen im Kofferraum bei offener Klappe, die Windungen über die Serpentinen eines Bergpasses und die vielen Bilder im Familienalbum. Doch was, wenn der Familienwagen an seine Grenzen kommt und Sie vor die Frage stellt: Reparieren oder ersetzen?

Die Frage, ob man das gute alte Familienauto ersetzen muss oder es doch reparieren kann, ist nicht sofort zu beantworten. Erst muss man sich ein Bild darüber machen, wo genau im Auto (hier: Motor) es gerade eigentlich hapert. Ist das Problem noch behandelbar oder ist ein Motorschaden unumgänglich? Und wie wird alledem vorgebeugt? Hier die wichtigsten Punkte:

Zahnriemen im Auge behalten

Anders als es beim Riss des Keilriemens der Fall ist, bedeutet der Riss des Zahnriemens oft das vorläufige Ende des Motors. Von der Kurbelwelle angetrieben, ist der Zahnriemen dafür zuständig, die Ventile der Brennkammern über die Nockenwelle(n) zum Öffnen und Schließen zu bringen. Wenn dieser Riemen nun reißt, kommt es zu einem Zusammenstoß eines fehlgestellten Ventils und des hochschnellenden Kolbens (hierbei ist von einem plötzlichen Motorschaden die Rede, nicht von einem schleichenden Motorschaden; diesen Punkt werden wir unten weiter erklären).

Ist Ihr Familienauto zudem ein Kurzstreckenfahrzeug, drehen Sie ihn gern hoch und üben häufig Kaltstarts aus? Dann wird empfohlen, kürzere Wartungsintervalle (also weniger als jede 60.000 bis 150.000 km) hinsichtlich des Zahnriemens vorzunehmen. Ist es jedoch zu spät für vorbeugende Maßnahmen, kann man mit zuverlässigen Partnern / Werkstätten feststellen, ob sich noch eine Motorreparatur lohnt.

Kühlwasserbehälter & Kühlflüssigkeiten regelmäßig prüfen

Stichwort schleichender Motorschaden: Ölschlieren im Kühlwasserbehälter können darauf hindeuten, dass die Zylinderkopfdichtung im Motor spröde ist oder gar Risse gebildet hat. Das Öl gelangt so in den Kühlkreislauf, sowie das Kühlwasser in den Ölkreislauf gelangen kann. Man spricht hier deshalb von einem schleichenden Motorschaden, weil der Motor zwar noch seine Dienste verrichtet, in absehbarer Zeit aber zu einem Schaden kommen wird. Also schleunigst eine Werkstatt aufsuchen, ehe es zu spät ist! Aber auch Kühlwasserverlust, wie durch kaputte Dichtungen, oder gar eine defekte Wasserpumpe, können dazu führen, dass der Motor schlicht überhitzt.

Ölstand regelmäßig überprüfen

Motoren fühlen sich mit der richtigen Menge an Motoröl wohl – nicht mehr und vor allem nicht weniger. Durch eine mangelhafte Schmierung kann Reibungswärme entstehen, aber auch mechanische Verzahnungen und Abriebe, die für den Ottonormalverbraucher erst einmal nicht einsehbar sind. Achten Sie darauf, nach allerspätestens 2 Jahren das Öl zu wechseln oder nach der vom Hersteller ihres Fabrikats angegebenen Zahl an Kilometern. Ersatzöl im Kofferraum bringt zudem jeden Fahrer auf die sichere Seite. Sie würden doch auch nicht das Haus ohne Leckerlis für Ihr Haustier verlassen, nicht wahr?

Zu guter Letzt ist es noch wichtig, die Bedeutung eines technischen Totalschadens und die eines wirtschaftlichen Totalschadens zu beleuchten. Während bei einem technischen Totalschaden beispielsweise der Motor nicht mehr zu reparieren und der Wagen nicht fahrbereit ist, bleibt meist nur die Option eines Austauschmotors. Ist von einem wirtschaftlichen Totalschaden die Rede, dann kann der Wagen zwar im Grunde fahrbereit sein, aber eine Reparatur würde sich rechnerisch nicht mehr lohnen; der Wert des Wagens ist kleiner als die Kosten für die Reparatur des Motors.

Was Dritte wie Versicherungen und Autohändler nicht sehen können, ist der sentimentale und ideelle Wert, der in unseren Familienautos steckt. Daher ist es oftmals nicht leicht, sich von ihnen zu trennen. Sind allerdings die Sicherheitsaspekte ihres Wagens nach einem Schaden nicht mehr gewährleistet, muss dieser dem Wohl der Familie untergeordnet werden. Sitzt der irreparable Mangel aber allein im Motor und lässt sich durch nichts anderes als durch einen Austausch entfernen, können Sie abwägen, ob er Ihnen und Ihrer Familie den Aufwand doch noch wert ist. Ein beinahe vollwertiges Familienmitglied hätte das Infragekommen einer solchen Option verdient.