Viele Menschen, und zwar ganz überwiegend Männer, werkeln gerne in und an ihren eigenen vier Wänden. Sie übernehmen mehr oder weniger geschickt, geübt oder als Autodidakten die  Arbeiten und Aufgaben, die normalerweise der gelernte Handwerker ausübt oder in vielen Fällen ausüben sollten.

Das geschieht mithilfe von Werkzeug und Maschinen, von Handwerktools, Tutorials auf Youtube sowie auch mit Handwerksverstand. Ganz allgemein wird vom Heimwerker gesprochen.

Er handwerkt nicht beruflich, sondern in seiner Freizeit. Damit wird zweierlei erreicht; zum einen die Einsparung des Handwerkerlohns und zum anderen die Freude am Handwerken selbst. Das Motto des Heimwerkers, der sich als Handwerker sieht oder gerne einer sein möchte, lautet „Do it yourself“, zu Deutsch mach es selbst.

Das ist oftmals leichter gesagt als getan. Nicht umsonst dauert die Ausbildung für Handwerker wie in der Sanitär-, der Elektro-, Holz-, Farb- oder in der Elektrotechnik mehrere Jahre. Doch der Heimwerker lässt nicht locker. Er werkelt ganz nach dem Grundsatz:

Was andere können, oder was der Nachbar kann, das kann ich allemal.

Und so verbeißt sich der ungelernte, in dem Sinne unprofessionelle Handwerker in seinen Job. Die Einbauküche oder die Schrankwand muss irgendwie stehen, koste es was es wolle. In solchen Situationen zeigen sich auf anschauliche bis hin zu amüsante Weise die unterschiedlichen Typen und Charaktere von Hand- und Heimwerkern sowie von Hobbybastlern. Sie lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien gliedern.

In alphabetischer Reihenfolge sind die auffälligsten Hand- und Heimwerkereigenschaften:

  • aggressiv
  • angepasst
  • besserwisserisch
  • chaotisch
  • geduldig
  • nachlässig
  • teamorientiert
  • zielorientiert

Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie mit viel Liebe, mit Engagement bis hin zu Verbissenheit das Handwerken als ihr Hobby ausüben. Das i-Tüpfelchen ist der Einkauf im Baumarkt als einem großen Selbstbedienungsladen rund um das Handwerken & Heimwerken.

Ob im Handwerksberuf oder zuhause; der aggressive Handwerkertyp lässt seine schlechte Laune über Nichtkönnen oder über Misserfolg an seinem Umfeld aus. Im Job sind das die Kollegen, zuhause die Familienangehörigen. Die Arbeitskollegen können sich von ihm distanzieren während die Familie „ihren Handwerker“ ertragen muss. Schließlich wird bares Geld gespart.

Der angepasste Handwerker kommt selten zu dem Ziel, das er erreichen muss oder möchte. Im Beruf kann er sich gegen Kollegen oder gegen Handwerker anderer Gewerke nicht durchsetzen, und zuhause fehlt ihm die klare Linie. Er lässt sich, wie es genannt wird, ins Handwerk reinreden.

Der besserwisserische Handwerker ist in jeder Hinsicht beratungsresistent. Auf der Baustelle nervt er seine Kollegen, weil er deren Knowhow immer noch toppen will. Beim heimischen Werkeln und Basteln lässt man ihn am besten in Ruhe. Denn er, und zwar nur er ist der Fachmann.

Viele Wege führen nach Rom! Auch der Chaote kommt zum Ziel, allerdings nie auf dem direkten Weg. Er kennt weder Struktur noch Organisation, sondern arbeitet so wie es gerade kommt. Auf der Baustelle mit Kollegen und mit Leistungsvorgaben endet das im buchstäblichen Chaos. Beim Heimwerken fällt das Chaos mangels Leistungsvorgaben nicht auf. Es dauert eben so lange, wie es dauert.

Handwerk und Basteln sind oftmals eine filigrane Arbeit. Für den Erfolg sind Muße und Geduld ausschlaggebend. Sowohl der professionelle Handwerker als auch der Heimwerker entwickelt mit viel Geduld auch zunehmenden Ehrgeiz. Der Chef hat die Gewissheit, dass die Arbeit mit Geduld und Zielstrebigkeit erledigt wird. Und auch im heimischen Bereich ist das geduldige Handwerken zum Erfolg geradezu verurteilt.

Nachlässigkeit fällt im Handwerksberuf erfahrungsgemäß sofort auf, beim heimischen Basteln und Werken hingegen eher selten. Grund dafür sind die Vorgaben und das Controlling im Job. Im Privatbereich steckt sich der Heimwerker seine Ziele selbst ab. Wer ihn bei seinen freiwilligen Bemühungen in seiner Freizeit auch noch kontrolliert, verbessert oder gar kritisiert, der wird abgebügelt.

Im beruflichen Handwerk wird ausschließlich im Team gearbeitet; zuhause hingegen ist der Heimwerker ein Einzelkämpfer. Der Lehrherr legt großen Wert darauf, dass schon der Azubi teamfähig ist. Im Team wird jeder auf seinem Platz gebraucht. Wer seinen zugewiesenen Platz nicht ausfüllt, der verursacht eine Lücke und scheidet schlimmstenfalls aus dem Team aus.

Zielorientierung ist gleichbedeutend mit effizient, effektiv oder zielstrebig. Wer als Handwerker vom Typ hier zielorientiert ist, der arbeitet auch so; und zwar sowohl im Handwerksberuf unter Kollegen als auch solo im heimischen Bereich. Ergebnis und berufliches Fortkommen stehen im Vordergrund. Der berufliche Grundsatz lautet: Ziel geht vor Team.