Nie mehr unter Zeitdruck zum Arbeitsplatz fahren – früher war dies ein Traum, der in der digitalen Berufswelt längst zur Realität geworden ist. Doch das Thema ist umstritten. Einige Unternehmen Befürworten das Konzept des Arbeitsplatzes direkt in den eigenen vier Wänden zum Wohle der Flexibilität.

Andere sehen wiederum die Kreativität und Qualität der Arbeit gefährdet. Ähnlich gestreut ist die Rechtslage. In den Niederlanden gibt es ein Recht auf das Home-Office, während in Deutschland dies immer noch unter Einvernehmen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber erfolgen muss. Für die adäquate Einrichtung eines Büros unter eigenem Dach gilt es jedoch wichtige Voraussetzungen zu beachten.

Einrichtung, Versicherung und Finanzierung bei Homeoffice

Passende Möbel und Utensilien sind unverzichtbar für eine effiziente Arbeit im Büro. Deshalb muss auch das Home-Office ganz nach dem Vorbild auf der Arbeitsstelle im Unternehmen eingerichtet werden. Häufig lassen Unternehmen ihren Angestellten intensive Unterstützung zukommen und stellen passende Einrichtungsstücke sowie technische Ausrüstung zur Verfügung.

Wichtiges Gerät wie Computer mit Multifunktions-Drucker, Internetanschluss und natürlich ein Telefon sind fester Bestandteil des Home-Office. Auch Schreibtische, Stühle und eventuelle Ablageschränke für Dokumente fallen darunter.

Je nach Berufsfeld variiert die Ausstattung, aber im Kern bildet dies das notwendige Fundament für den Arbeitsalltag.

Angestellte erhalten meist volle Kostenerstattung durch ihren Arbeitgeber, bei Selbstständigen sind die finanziellen Ausgaben selbst zu begleichen.

Wichtig bleibt vor allem eine hohe Funktionalität, Haltbarkeit und auch ergonomische Vorgaben müssen vollständig erfüllt sein. Auffällige Abweichungen zu Büros im Unternehmen sind nicht zumutbar und somit unzulässig.

  • Die Räumlichkeiten für die Nutzung des Home-Office lassen sich von der Steuer absetzen. Anteilig an der Bürofläche im Verhältnis zum Haus können Arbeitnehmer so Miete, Strom, Wasser und andere Nebenkosten umwälzen.
  • Die Regelung von Versicherungsangelegenheiten wie Haftpflicht oder Hausratsversicherung unterliegt bei der Heimarbeit den Angestellten. Berufsspezifische Versicherung stellen je nach ausgeübter Tätigkeit eine sinnvolle Zusatzoption dar.
  • Alle weiteren Verpflichtungen wie Krankenversicherung und Auszahlung des Nettolohnes kommt wie ansonsten auch üblich der Arbeitgeber nach.
  • Selbstständige oder Freiberufler genießen nicht diese Vorzüge und müssen bei Einrichtung, Versicherung und Versteuerung vollkommen in Eigenregie übernehmen.

Gleiche Rechte und Pflichten im Homeoffice wie im Unternehmen

Prinzipiell erstreckt sich das Arbeitsrecht ohne Einschränkungen auf das Home-Office. Konfliktpotenzial aufgrund der lückenhaften Überwachungsmöglichkeiten birgt das Konzept dennoch. Im Falle eines Unfalles sorgt dies gelegentlich für Zündstoff, ob Verletzungen auf die berufliche Tätigkeit oder durch Handlungen im privaten Bereich zurückzuführen sind.

Ähnliche Herausforderungen bestehen auch bei der Dokumentationspflicht. Ist die Mitarbeit über längeren Zeitraum auf das Home-Office begrenzt, fehlt der direkte Kontakt zu Kollegen und Vorgesetzten. Digitale Lösungen und Vereinbarungen über Aufenthalte in der Firma in bestimmten Zeitabständen – auch alternierende Telearbeit genannt – können hier als Ausweg dienen. Dennoch bleibt die Kontrolle und korrekte Durchführung eine Herausforderung für beide Parteien.

Des Weiteren gelten volle Rechtsansprüche bezüglich Arbeitszeit und den einzuhaltenden Ruhepausen mit mindestens 11 Stunden ab Feierabend. Aber auch Mitarbeiter stehen in der Pflicht. Schriftliche Absprachen über die Erreichbarkeit und Kommunikation während des Arbeitstages können Konflikten vorbeugen. Immerhin liegt die Versuchung stets nahe, einen kurzen Abstecher in die benachbarten, privaten Räume zu machen.

Grundvoraussetzung für das Einhalten dieser Regeln ist die technische Infrastruktur. Ohne angemessene Ausstattung lässt sich ein solches Vorhaben kaum realisieren. Gleichzeitig schützt der Gesetzgeber Arbeitnehmer vor Willkür des Unternehmens. So dürfen ausgehandelte Home-Office-Zeiten nicht ohne neue Verhandlung wieder zurückgezogen werden.

Gesundheitsschutz liegt in der Verantwortung des Unternehmens

Auf einem offiziellen Arbeitsplatz sind besondere Schutzmaßnahmen wie Verpflichtungen einzuhalten. Dies gilt ebenso für die Arbeitszeiten, Daten- und Gesundheitsschutz des Heimarbeiters. Offiziell liegen bei einem Telearbeitsplatz die einst privaten Räumlichkeiten im Verantwortungsbereich des Arbeitgebers. Dieser muss Einrichtung und angemessenes Arbeitsgerät zur Verfügung stellen.

Da sich im privaten Umfeld in der Regel Familienmitglieder oder Bekannte in unmittelbarer Nähe aufhalten, kann es zu Beschädigung des Firmeneigentums durch Unbefugte kommen. Die Haftung und Absicherung im Schadensfall muss eindeutig vom Unternehmer geregelt werden. Nach deutscher Gesetzeslage bleibt Privates privat. Nur ein Fachangestellter zur Inspektion der Arbeitssicherheit erhält nach Vereinbarung Zutritt zum Home-Office.

Gesundheitliche Risiken durch schädliche Körperhaltung beugt ein ergonomischer Arbeitsplatz vor. Darunter fallen Vorschriften für die Arbeitsfläche mit einer Größe von mindestens 8 m². Ähnliches gilt für Tische (160 cm x 80 cm) oder den ergonomischen Funktionen des Bürostuhls. Ebenfalls klar genormt sind die Vorgaben zur Beleuchtung in Innenräumen. Falscher Aufbau von Lampen, zu starkes oder zu schwaches Licht können Augen ansonsten dauerhaft schädigen.