Das Bedürfnis nach etwas Gartenatmosphäre wächst mit der erwachenden Naturverbundenheit der Menschen. Gerade in den Großstädten, aber auch in kleineren Gemeinden die ihren Einwohnern nicht genügend Grundfläche bieten können wird nach Alternativen gesucht. Schrebergärten oder Kleingartenkolonien sind aus diesem Grund wieder gefragt und entledigen sich langsam aber sicher dem Image des Spießertums.

Richtlinien und Kleingartengesetz beachten!

Die Kolonien sind allerdings kein Raum für Wildwuchs, es gelten hier Regelungen, an die es sich zu halten gilt. Das Bundeskleingartengesetz, die Gesetze des Vereins sowie Gesetze der Länder geben klare Anweisungen für die Kleingartenfreunde vor. So auch zum Beispiel bei der Wahl eines Gewächshauses.
Das Vorhaben ein Gewächshaus zu bauen muss beim Vorstand mit einem ordentlichen Bauantrag angezeigt werden.

Eine Aufteilung in drei Abschnitte wird vorausgesetzt. So soll ein Drittel der Fläche für die Gartenlaube, ein Drittel für den Erholungsbereich und das letzte Drittel für Obst- und Gemüseanbau festgelegt werden. Fast jede bauliche Veränderung bedarf einer Genehmigung und dies gilt auch für ein Gewächshaus.

Bei den Größenverhältnissen muss sich der Gärtner auf eine Fläche, die der Gartengröße angepasst ist beschränken. Als Faustregel gilt 6 % der Laubengröße ist für ein Gewächshaus angebracht. Höchstens aber 14 qm Grundfläche und 2,20 m Höhe.
Der Grundriss ist mit dem Antrag einzureichen. Sind Wasserabstellschächte geplant sind diese ebenfalls zu beantragen.

Im Gewächshaus dürfen nur Obst und Gemüse angebaut werden. Weitere Nutzungsvorhaben wie etwa einen Teil als Schuppen zu nutzen sind untersagt.

Gewächshaus selber bauen oder kaufen?

Bevor man mit dem Aufbau beginnt muss der geplante Standort und der Abstand mit dem Nachbarn geklärt werden. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt um schon im Vorfeld Streitigkeiten zu vermeiden. Es sollten 2 m Abstand dazwischen liegen wobei dieser auf 1 m verringert werden kann, sofern der Nachbar dem zustimmt. Zudem soll das Häuschen nicht im direkten Sichtfeld des Nachbarn stehen und ihm die Aussicht verbauen.

Als Material ist Holz zu empfehlen und meist wird dies auch zugelassen, denn rein optisch ist Holz wesentlich attraktiver als Aluminium. Ein Fundament aus Mauersteinen und Beton bieten den entsprechenden Grund. Auch Hohlkammerplatten zum Schutz gegen Nässe von Unten sind möglich. Nach Fertigstellung des Gerüstes werden idealerweise Glasscheiben eingesetzt. Diese halten – anders als PVC-Folie – auch den heißen Sonnenstrahlen im Hochsommer stand.

Ein Gewächshaus in Eigenregie komplett selber zu bauen, ist nicht immer ratsam. Zum einen sind dafür handwerkliches Geschick und Zeit erforderlich und zum anderen darf man auch die Kosten für Materialien nicht unterschätzen.

Daher bietet es sich speziell in Kleingartenanlagen an, sich ein Gewächshaus zu kaufen, dass dann lediglich aufgestellt werden muss. Bei einer Recherche im Internet findet man verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Größen. Einzelne Hersteller oder auch Baumärkte bieten online als auch im stationären Handel diverse Modelle an.

Allein Hellweg.de bietet 171 verschiedene Gewächshäuser von 149,99€ bis 3.799,00€ in unterschiedlichen Größen und Ausführungen an. Je nachdem wie das eigenen handwerkliche Geschick und auch die Anforderungen an dem eigenen Gewächshaus sind sollte man sich überlegen, ob man es selber bauen möchte oder doch eher ein Gewächshaus kauft.

Kleine Wege dürfen zwischen den Beeten gezogen werden.

Wird das Gewächshaus auch im Winter genutzt muss ein eine Stromquelle verfügbar sein und die Stromzufuhr für diverse Heizanlagen sicher verlegt werden. Hier ist eine weitere Vereinbarung mit dem Vorsitz zu treffen.

Angepflanzt dürfen nur Obst, Gemüse und Kräuter die zum eigenen Gebrauch dienen. Ansonsten sind dem Kleingärtner hier wenig Grenzen gesetzt.
Die sichere Heranzucht von Jungpflanzen ist auch im Winter gewährt. Das Aufziehen auf der Fensterbank garantiert nicht den gleichen Erfolg wie in einem Gewächshaus, da genügend Sonnenlichtzufuhr und die richtigen Temperaturen im Haus schwer zu gewährleisten sind.

Tomatenpflanzen © Sabine-Susann Singler / pixelio.de
Tomatenpflanzen © Sabine-Susann Singler / pixelio.de

Allerlei gesunde Kräuter kann man dann auch im Winter genießen, besonders südländische die sonst keine Chance hätten zu überleben. Außerdem sollte man an den Schutz der Pflanzen vor Schädlingen und sonstigem Getier oder Krankheiten denken. Tomaten werden nicht von der ärgerlichen Braunfäule befallen, Salat nicht weggeknabbert.
Tomaten sind pflegebedürftige Schützlinge und gerade sie sind im Gewächshaus am besten aufgehoben und natürlich sind Rankhilfen gestattet die sie aufrecht halten.
Heranziehen kann man im Übrigen auch Paprika. Sie gedeihen gut und überstehen bei ausreichen Wärmezufuhr auch den kalten Winter.