Vielen Hausbesitzern und auch Mietern von Dachgeschosswohnungen ist das Problem sicherlich bekannt. Die Schrägen können nicht als Stauraum genutzt werden, da es kaum passende Schränke für diese Zwecke zu erwerben gibt. Es ist zwar möglich, ein Sondermodell von einem Schreiner fertigen zu lassen, aber hierbei entstehen teilweise enorme Kosten. Daher empfiehlt es sich, einen passenden Schrank selber zu bauen. Im Folgenden wird nun genau erläutert, wie dies leicht und zugleich auch kostengünstig gelingen 

Schritt 1: Winkel der Schräge ausmessen

Zunächst muss der Winkel der jeweiligen Dachschräge ausgemessen werden. Hierfür sollte eine sogenannte Schmiege verwendet werden. Ist diese noch nicht vorhanden, kann sie in nahezu jedem Baumarkt für kleines Geld erworben werden. Sie kann auch für diverse andere anfallenden Arbeiten sehr hilfreich sein. Nun wird die Höhe des Drempels gemessen und die spätere Tiefe des Schrankes bestimmt.

Schritt 2: Anbringen der Holzleisten an dem Gerüstbalken

Grundsätzlich können die Regalbretter auf unterschiedliche Arten angebracht werden. Am Einfachsten ist es jedoch, wenn Holzleisten an dem Gerüstbalken befestigt werden, auf denen die Regalbretter dann aufliegen können. Durch diese Art der Befestigung ist es jedoch etwas aufwendig, die Regalbretter auf andere Höhen zu setzen. Zudem sollten hierbei die einzelnen Ecken idealerweise ausgeklinkt werden, um die komplette Tiefe des späteren Schrankes nutzen zu können.

Alternativ kann an dem vorderen Gerüstbalken auch eine Wandschiene befestigt werden. Der Vorteil dieser Variante ist, dass der Regalhalter so verstellt werden kann, dass die Regalbretter auf die gewünschte Höhe gelegt werden können. Wenn eine Wandschiene und ein Regalhalter verwendet werden, ist es jedoch wichtig, an eine ausreichende Tiefe zu denken.

So sollte vor dem Gerüstbau die Länge des Regalhalters festgestellt und auf diesen Wert noch ungefähr 2 cm an Luft addiert werden. Dies hat den Grund, damit man die Regalhalter in dem späteren Wandschrank einfach aus der Wandschiene und auch wieder rein bekommt.

Damit die Türen des Schrankes einfacher geöffnet und geschlossen werden können, sollten sogenannte Kugelschnäpper oder auch Magnetschnapper verwendet werden. Ab einer Drempelhöhe von mindestens 60 cm, bei einer gleichzeitigen ausreichenden Tiefe, ist es möglich auch Kleidung in dem Wandschrank zu verstauen. In passender Höhe muss hierfür in dem Gerüstrahmen ein Querbalken angebracht werden.

An diesem werden dann mittig die Schrankohrlager verschraubt, in welche später dann die Kleiderstange gelegt wird. Als Nächstes muss nun der hintere Pfosten auf das passende Maß gesägt werden, wofür die bereits festgestellten Maße von der Drempelhöhe und der Dachschräge verwendet werden. Anschließend wird der Bodenbalken auf die gewünschte Länge zugesägt.

Nun werden der Bodenbalken und der hintere Pfosten an ihren endgültigen Platz gestellt. Als Nächstes wird der vordere Pfosten der Länge nach vermessen, diese ergibt sich aus der gewünschten Schranktiefe, wobei der Winkel gleich bleibt. Nachdem der Pfosten zugesägt wurde, sollte die Passgenauigkeit noch einmal überprüft werden. Auch der Balken, der an die Dachschräge kommt, wird nun gemessen, passend zugeschnitten, eventuell angepasst und schließlich verschraubt.

Die gleiche Vorgehensweise sollte nun für die anderen Gerüste durchgeführt werden. Hierbei kann das erste Gerüst als eine Art Schablone genutzt werden. Dies macht jedoch nur Sinn, wenn die Wände und auch die Decken komplett gerade sind. Da dies in den meisten Fällen jedoch nicht der Fall ist, sollten die Maße der einzelnen Balken vor dem Zuschneiden jeweils noch einmal genau kontrolliert werden.

Schritt 3: Verschrauben der Grundgerüste

Nachdem die Grundgerüste fertiggestellt wurden, können diese an der Wand, der Decke und auch am Boden, mithilfe von Metallwinkeln, verschraubt werden. Der Abstand der Gerüste ist abhängig von den jeweiligen Türbreiten, welche vor der eigentlichen Befestigung festgelegt werden sollten.

Schritt 4: Einsetzen der Türen

Schranktür © grigvovan / fotolia
Schranktür © grigvovan / fotolia

Sobald die Schrankwand fest und sicher steht, müssen nun die Türen eingesetzt und ausgerichtet werden.

Gerade für Schrankwände, die sich unter Dachschrägen befinden, eignen sich sehr gut sogenannte Lamellentüren, weil diese ganz einfach auf die gewünschte Länge geschnitten werden können.

Über dem Gerüst wird nun eine dünne Leiste über die ganze Breite des Schrankes angebracht, welche ungefähr so dick wie die Türen sein sollte.

Schritt 5: Abdeckplatte an der offenen Seite anbringen

Wenn der Wandschrank nicht über die ganze Breite des Raumes geht, kann an der offenen Seite eine sogenannte Abdeckplatte angebracht werden. Natürlich sollte diese exakt die Maße des letzten Gerüstes aufweisen. Nach dem Zuschneiden sollte die Abdeckplatte noch mit Winkeln am Gerüst befestigt werden.

Wenn diese einfache Anleitung befolgt wird, kann in kürzester Zeit ein Wandschrank unter einer Dachschräge errichtet werden. Dieser schafft neuen Stauraum und macht auch optisch mehr her als zum Beispiel ein offenes Regal.