Die Konstruktion eines artgerechten Hasenstalls ist keine Raketenwissenschaft.
Und dennoch sollte sorgfältig geplant und einige wichtige Punkte berücksichtigt werden, um den Anforderungen der Tiere Genüge zu leisten.

Der Bauplan

Unser Vorschlag für eine hasengerechte Unterkunft besteht aus zwei eigenständigen Bauteilen. Zum einen aus dem eigentlichen Stall, in dem die Tiere ruhen und sich bei Bedarf verstecken können und zum anderen aus einem direkt angeschlossenen und nach oben hin lichtdurchlässigen Freigehege, das genügen Freiraum zur Bewegung an der frischen Luft bietet.

Der Stall ist wie ein Haus mit einem Satteldach abgedeckt und verfügt über insgesamt zwei Stockwerke, die entweder abgetrennt oder über eine treppenartige Rampe verbunden sein können. Der Aufwand hierfür ist geringer als angenommen und bietet den Hasen die Möglichkeit, ihren Ruheplatz frei zu wählen. Ausserdem ist bei dieser Variante die Auslauffläche zusätzlich vergrößert, da die Tiere über die Steigung hin- und herwandern können.

Falls Sie die beiden Etagen doch lieber voneinander getrennt konstruieren möchten, so schaffen Sie einen separaten Raum, der beispielsweise unverträgliche Artgenossen untereinander trennt. Auch um Jungtieren oder trächtigen Weibchen mehr Erholung zu gönnen, ist diese Version besonders praktisch.

Der zwestöckige, überdachte Stall, sollte mindestens 45 cm in der Länge, einen Meter in der Höhe bis zum Dachfirst und mindestens 90cm in der Breite betragen, also derselben wie der des Freigeheges.

Die richtige Größe für ein Hasenstall mit Aussengehege

Die von uns gewählte Grundform des gesamten Hasenstalls entspricht der eines 2-2,5m langen und mindestens 90cm breiten Rechtecks, das zusammen mit einer Höhe von rund 45cm einen Quader bildet.

Dieser Quader dient sowohl als Freigehege, als auch für die Erweiterung des überdachten Erdgeschosses.
Dieses Gehege wird über ein vergittertes Tor für die Hasen freigegeben. Indem Sie die Tiere von den unterschiedlichen Bereichen nach Bedarf trennen können, erhalten Sie ein besonders praktisches System für die Reinigung und Wartung des Stalls, sowie für die Pflege der Hasen.

Material und Handwerkzeug

Das natürlichste und gefälligste Baumaterial für sämtliche Rahmen, Verstärkungen und Wände ist selbstverständlich Holz. Die Wahl des Holzes ist Geschmackssache, empfehlenswert ist allerdings eine mittelharte Art, die einerseits genügend Festigkeit für ein stabiles Gerüst mitbringt und andererseits nicht allzu schwer zu bearbeiten ist, also Holz.

Geeignetes Bauholz findet sich in jedem Baumarkt oder auch über Zeitungsanzeigen, über die gebrauchte Latten und Bretter oder auch naturbelassene und einfach verschraubte Regale angeboten werden. Neben dem Holz brauchen Sie grobes Gitterwerk, das genügend Frischluft durchlässt und gleichzeitig die Tiere am Ausbruch hindert.
Verwenden Sie am besten gewöhnlichen, nicht rostenden und nicht einschneidenden Maschendrahtzaun.

Des Weiteren benötigen Sie:

  • Dachpappe,
  • Bretter für die Seitenwände des Stalls und
  • idealerweise einen fertigen Dachfirst, der einen schönen, optischen Akzent setzt.
  • Ausserdem brauchen Sie noch kleine Scharniere samt Verriegelungen für die Türen,
  • sowie einen Hammer,
  • eine Schachtel Nägel,
  • einen Handtacker und
  • einen Schraubenzieher.

Es ist für den Bau also kein Spezialwerkzeug notwendig. Handwerkliches Geschick und standardmäßiges Gartenwerkzeuge, wie man sie in jedem Baumarkt oder auch online beispielsweise auf jago24.de oder in anderen Onlineshops bekommen kann.

Je nach handwerklichem Geschick und Passgenauigkeit der vorbereiteten Teile sollten Sie 4-8 Stunden für den Bau der kompletten Anlage einplanen – der zeitliche Aufwand ist nicht zu unterschätzen.

Der Bau in der Praxis

 

  • Sägen und schneiden Sie die benötigten Teile nach ihrem Bauplan zurecht und legen Sie diese auf einem festen Untergrund zur Montage auf.
  • Das Fundament des Rahmens für das Freigehege wird aus 4 Kanthölzern angefertigt. Verschrauben Sie diese mit jeweils zwei bis drei senkrechten Pfosten je Längsseite und verstärken Sie die Oberseite mit drei Querstreben.
  • Tackern Sie anschließend ringsum den Maschendrahtzaun an den Rahmen.
  • Die Vorderseite des Freigeheges besteht aus einem großen Tor über die gesamte Seite und wird aus 4 Kanthölzern, Gitter, sowie zwei bis drei Scharnieren und einem Riegel gefertigt.
  • Für den überdachten Stall verschrauben Sie wiederum zwei Mal vier Kanthölzer, also einmal für die Unterseite und einmal für die Oberseite.
  • Der Zwischenboden für die zweite Etage besteht aus einem eingelegten Brett, sowie einer Öffnung, an dem ein schmales Brett mit aufgenagelten Querleisten angelehnt ist, welches den Hasen als Treppe dient.
  • Der überdachte Stall verfügt über drei Tore, die an zwei bis drei Scharnieren je Seite aufgehängt werden. Ein Tor wird unten zur Seite eingebaut, eines für den zweiten Stock und eines für den Durchgang zum Freigehege.
  • Klammern Sie wiederum an allen Seiten den Maschendrahtzaun und verkleiden Sie nach Belieben das zweite Stockwerk mit Brettern, um einen Sichtschutz für die Tiere zu erzeugen.
  • Wenn Sie den Stall nach Ihren Bedürfnissen konstruiert haben, setzen Sie das zusammengebaute Dach, bestehend aus sechs verschraubten Kanthölzern, sowie dem eingepassten Dachfirst und der aufgenagelten Dachpappe auf die Rahmenkonstruktion auf.