In Zeiten der Digitalisierung und der fortschreitenden flächendeckenden Internetabdeckung gibt es immer mehr Menschen, die ihren Job zu hause machen. Home Officewird zunehmend beliebter und ist zudem auch sehr familienfreundlich. Allerdings müssen die Gegebenheiten in den eigenen 4 Wänden stimmen, denn dann ergeben sich zudem auch noch steuerliche Vorteile. 

Nur die wenigsten Arbeitnehmer können in bestimmten Fällen die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer als Betriebsausgaben oder Werbungskosten von der Steuer absetzen. Für diese Kosten gilt generell ein Abzugsverbot, wobei der Gesetzgeber zwei Ausnahmen zulässt:

  • Steht bei der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, können die Kosten um bis zu 1.250 Euro im Jahr geltend gemacht werden. Das trifft z.B. auf Berufsgruppen wie Lehrer oder Außendienstmitarbeiter zu.
  • Falls das Arbeitszimmer der Mittelpunkt der gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit ist, sind die Kosten unbeschränkt steuerlich absetzbar. Diese zweite Ausnahme gilt für Selbstständige, die nur in ihrem Home-Office tätig sind.

Ab wann spricht man von einem Arbeitszimmer?

Der Arbeitsraum ist in Lage, Funktion und Ausstattung in die häusliche Sphäre eingebunden, gehört also zur privaten Wohnung oder zum Wohnhaus. Das Arbeitszimmer muss außerdem ein abgeschlossener Raum sein, eine Arbeitsecke genügt hier nicht.
In dem steuerlich absetzbaren Arbeitszimmer werden überwiegend gedankliche, schriftliche, verwaltungsorganisatorische oder -technische Arbeiten ausgeführt. Auch kann es für geistige, schriftstellerische und künstlerische Tätigkeiten genutzt werden, zu beachten ist bloß, dass der Arbeitsraum nur zu beruflichen oder betrieblichen Tätigkeiten genutzt wird.

Nur zu 10 Prozent ist eine untergeordnete private Mitbenutzung erlaubt. Das Arbeitszimmer muss weiterhin als ein solches eingerichtet sein. Private Gegenstände sind bis zu 10 Prozent der Gesamteinrichtung erlaubt. Der restliche Wohnraum muss für den Wohnbedarf ausreichend groß sein. Folgende Fallbeispiele geben Hinweise auf ein ausreichendes Wohn- und Arbeitsraumverhältnis:

  • ein Arbeitszimmer von 12m2 in einer Zwei-Raumwohnung für einen Alleinstehenden
  • zwei Arbeitszimmer von 7,5m2 und 9m2 in einer 115m2 großen Wohnung für ein Ehepaar
  • ein Arbeitszimmer von 14,4m2 in einer 88m2 großen Drei-Zimmerwohnung eines Paares mit zwei Kindern

Was muss alles in einem Arbeitszimmer vorhanden sein?

Zu betonen ist hier, dass die private Mitnutzung des Raumes nur bei 10 % liegen darf und Privatgegenstände bestenfalls unter 10 Prozent der Einrichtung ausmachen. Beruflich genutzte Gegenstände sind z.B. Schreibtisch, Bücherschrank und Schreibtischstuhl. Es muss in der Tat nach einem Arbeitszimmer / Büro aussehen.

Arbeitszimmer

Erlaubt im Arbeitszimmer sind außerdem:

  • Lampen, Gardinen, Vasen, Teppiche und Kunstgegenstände.
  • Sessel, Schaukelstuhl, Liege u.Ä., falls diese zum Lesen von Fachliteratur, zum Erstellen von Diktaten oder für Ruhepausen verwendet werden.
  • Eine Sitzecke, falls aus beruflichen Gründen im Arbeitszimmer Besucher empfangen werden.
  • kleinere technische Unterhaltungsgeräte, wie z.B. ein Radio. Der einzige Fernseher der Wohnung sollte sich allerdings nicht im Arbeitszimmer befinden.

Welche Ausgaben kann man steuerlich dem Arbeitszimmer zurechnen?

Die Kosten des häuslichen Arbeitszimmers werden anteilig als Werbungskosten oder Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt.

Falls keine direkte Zuordnung unmittelbar möglich ist, werden die anteiligen Kosten nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitsraumes zur gesamten Wohnfläche (einschließlich des Arbeitsraumes) aufgeteilt. Dazu gehören vor allem die Miete oder bei Immobilienbesitzern, die Gebäudeabschreibung und Schuldzinsen für Kredite, die beim Erwerb, bei der Herstellung oder Reparatur des Gebäudes oder Eigentumswohnung genutzt worden sind. Weiterhin können die Wasser-, Energie- und Reinigungskosten des Arbeitszimmers geltend gemacht werden. Die Grundsteuer, Müllabführgebühren, Schornsteinfegergebühren und Gebäudeversicherungen werden ebenfalls anteilig berechnet und können abgesetzt werden.

Die Renovierungskosten und die Aufwendungen für das Arbeitszimmer, wie z.B. für Teppiche, Lampen, Fenstervorhänge u.Ä. können steuerlich geltend gemacht werden. Die anteilig als Werbungskosten oder Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt, können allenfalls als Werbungskosten abgesetzt werden, unabhängig davon, ob das Finanzamt den Arbeitsraum als solchen anerkennt. Solche Einrichtungsgegenstände sollten so gut wie ausschließlich für berufliche und betriebliche Zwecke verwendet werden.

Der Kaufpreis inklusive Mehrwertsteuer für die Büroausstattung sollte 487,90 Euro (410 Euro netto) nicht übersteigen, sonst müssen die höheren Anschaffungskosten über die Dauer der Nutzung verteilt werden.

Der Tipp: Das externe Arbeitszimmer

Falls ein Arbeitszimmer außerhalb des Wohnraumes genutzt wird, gibt es keinerlei Abzugsbeschränkungen. Bei einem außerhäuslichen, also externen Büro oder Arbeitszimmer wird auch nicht geprüft, ob die verübte Arbeit der unmittelbare Tätigkeitsmittelpunkt ist.

Die Raumkosten sind bei beruflicher Nutzung immer absetzbar. Allerdings darf der außerhäusliche Arbeitsraum nicht bei nahen Angehörigen angemietet sein und muss sich in angemessener Entfernung zur privaten Wohnung oder dem Wohnhaus befinden. Weitere Bedingung ist, dass der bereits vorhandene Wohnraum keinen Platz für ein Arbeitszimmer bietet, Wohnung oder Wohnhaus also zu klein sind. Dann steht der steuerlichen Absetzung nichts mehr im Wege.