Man wird älter, das lässt sich nicht verhindern – und man genießt es ja auch, dass man noch mit Enkeln, Reisen, Konzerten, Lesen, Theater und Kino, Kartenspielen, Essen mit Freunden oder anderer Geselligkeit sehr viel Freude am Leben hat. Aber manchmal wird doch einiges schwieriger zu bewältigen, besonders das wohltuend entspannende Bad, die erfrischende Dusche: Da sind oft kleine oder größere Hürden zu bewältigen, die man einfach nicht mehr schafft.
Aber nur keine Sorge, es gibt nämlich Abhilfe: Das barrierefreie oder auch behindertengerechte Bad macht die Körperpflege wieder zum wahren täglichen Genuss, zur Entspannung, zum Wohlgefühl, zur Kraftquelle.

Barrierefrei oder behindertengerecht

Ein Badezimmer ohne Barrieren weist keinerlei Stufen oder schwierig zu bewältigende hohe Ränder der Badewanne auf. Es gewährt einen stufenlosen Zugang zur Dusche, die möglicherweise sogar komplett die Badewanne ersetzt, mit bequemen Sitzen ein entspanntes Duschen gewährleistet, als Dampfdusche sogar einen Sauna-Effekt garantiert und mit Lichtspielen zur wohligen Entspannung betragen kann. Je nach Bedarf ist so gut wie alles möglich, auch angenehme Musik während des Duschens oder sanfte Stimulierung mit den Essenzen von Kräutern.

Behindertengerecht bedeutet: Es gibt absolut keine Schwellen zwischen dem Boden des Badezimmers und der Dusche, die auch mit einem geeigneten Rollstuhl befahren werden kann. Behindetengerecht eingerichtete Badezimmer weisen dazu noch erhöhte Toiletten auf, mit Haltevorrichtungen für das Niedersetzen und Aufstehen, bei bestimmten Erfordernissen einen Lift in die Badewanne sowie spezielle Höhen für das Waschbecken, das auch für Rollstuhlfahrer/innen benutzbar sein muss. Rollstuhlfahrer/innen benötigen unter dem Waschbecken (0berkante 80 cm) eine Kniefreiheit von mindestens 30 cm in der Höhe von etwa 70 cm.

Wer bezahlt den Umbau?

All diese Hilfen muss man nicht alleine bezahlen, viele Bundesländer und andere Institutionen gewähren mehr oder weniger großzügige Zuschüsse für das barrierefreie Bad. Pflegekasse oder Pflegeversicherung übernehmen Beträge bis zu € 4.000, die Krankenkasse übernimmt die Finanzierung von einzelnen Elementen im Badezimmer.

Diverse Wohnbauförderungsprogramme können in Anspruch genommen werden, z.B. in Bayern bis € 10.000, Brandenburg bis € 22.000, Hessen bis € 25.000 und in Hamburg bis € 3.060. Darüber hinaus gibt es etwa in Mannheim und Dresden kommunale Förderprogramme, diverse Stiftungen stehen zur Verfügung, aber auch Sozialhilfeträger (Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II) und kfw-Programme 159 und 455.

Einfache Hilfen werden auch von der Krankenkasse bezahlt, zum Beispiel die Erhöhung des Toilettensitzes, Stützklappengriffe, ein Lift für die Badewanne, ein Duschhocker, eine Stange vom Boden bis zur Decke, um die notwendige Stütze beim Duschen zu gewährleisten. Ihr Haus- oder Facharzt stellt im Bedarfsfall die nötige Verordnung aus, sie muss eine genaue Bezeichnung des benötigten Hilfsmittels enthalten und wird im Sanitätshaus eingereicht, das diese der Krankenkasse weiterreicht. Nach der Genehmigung können dann die entsprechenden Hilfsmittel bestellt werden.

Weiterer Zuschuss für ein barrierefreies Badezimmer

Auch Pflegekasse oder Pflegeversicherung geben im Rahmen von Maßnahmen, die der Verbesserung des Wohnumfeldes dienen, Zuschüsse zu diesen. Dabei kann es sich etwa um den Einbau einer barrierefrei begeh- und mit dem Rollstuhl befahrbaren Dusche handeln oder auch um den Einbau einer höheren Toilette. Dafür gibt es [highlight color=“yellow“]Zuschüsse bis zu € 4.000,-, wobei für die Zuteilung allerdings die Feststellung einer Pflegestufe nötig ist[/highlight].

Ein barrierefreies Bad ermöglicht die Benützung sämtlicher Einrichtungen – Badewanne/Dusche, Waschbecken, Toilette – ohne Hilfestellung und ohne Stufen. Dies kann durch eine Türe in der Badewanne gewährleistet sein, durch Duschen, die ohne Schwelle zu betreten/mit dem Rollstuhl zu befahren sind, durch tiefer oder höher angebrachte Waschbecken und höher gestellte Toiletten. Das Raumangebot muss freilich die Benützung aller dieser Einrichtungen ermöglichen.

Grundfläche für ein altersgerechtes und barrierefreies Badezimmer

Nicht jedes Badezimmer kann barrierefrei oder behindertengerecht eingerichtet werden, da für Behinderte, vor allem aber für Rollstuhlfahrer/innen gewisse Mindestmaße erforderlich sind, die leider nicht in allen Wohnungen verfügbar sind.

So müssten vor dem Waschbecken, der Toilette oder im Duschbereich für Behinderte (die etwa auf einen Rolator angewiesen sind) zumindest 120×120 cm verfügbar sein, für Rollstuhlfahrer/innen sogar 150×150 cm.

Ungefähre Gesamtkosten

Je nach Zuschüssen durch Länder, Gemeinden, Stiftungen und Krankenkassen können die Kosten für ein barrierefreies/behindertengerechtes Badezimmer sehr unterschiedlich ausfallen, [highlight color=“yellow“]mit etwa € 2000,- Eigenmitteln sollten Sie aber rechnen.[/highlight] Bitte erkundigen Sie sich über alle möglichen finanziellen Hilfen, bevor Sie den Umbau planen. Wenn alle Hilfen ausgeschöpft werden können, sind auch geringere Kosten möglich.