Alte Holztruhen sind meist viel zu schön, um sie auf Dachböden oder in Abstellräumen ihrem Schicksal zu überlassen. Wer sich dazu entschließt, sie zu restaurieren, wird wahrscheinlich von dem Ergebnis überwältigt sein. Jetzt stellt sich für Viele die Frage ob man die Hilfe von Spezialisten in Anspruch nimmt oder es selbst macht. Tendenziell lässt sich festhalten, dass das Restaurieren alter Stücke gar nicht so schwer ist aber sehr arbeitsintensiv

Erst muss der Lack von der Holztruhe entfernt werden

Dazu gibt es unterschiedliche Methoden:

  • zum einen eine chemische Abbeize, zum Beispiel Gelbeize,
  • zum anderen das Abschleifen per Hand oder Schleifmaschine.

Manche Fachleute sind aber der Auffassung, dass Heimwerker, da chemische Beize bei unsachgemäßer Anwendung gesundheitsschädigend ist, auf keinen Fall benutzen sollten.
Sollten sich Beschläge an der Truhe befinden, muss man sich entscheiden, ob sie während der Bearbeitung dranbleiben oder abmontiert werden müssen. Es hängt im Einzelfall von ihrem Zustand und dem Zustand der Truhe ab. Professionell wäre es natürlich, sie abzumontieren, gesondert zu reinigen und erst nach dem Restaurieren des Möbels wieder anzubringen. Oft genügt es aber auch, wenn man sie dran lässt und in einem Stück bearbeitet.

Scharniere lichtkunst.73  / pixelio.de
Scharniere lichtkunst.73 / pixelio.de

Mit Drahtbürste und grobem Schleifpapier rückt man dem losen sitzenden Rost zuleibe. Hier ist auf jeden Fall Handarbeit angesagt, da die Schleifmaschine die Beschläge ruinieren könnte. Der Rost muss bis auf das blanke Metall entfernt werden. Eine Nachbehandlung mit Cola entfernt Reste und verleiht dem Metall eine dunkle Farbe. Es ist die Phosphorsäure in anorganischer Form, die das rostige Eisenoxid in neutrales Eisenphosphat umwandelt und das Metall nach der Behandlung sogar vor zukünftigem Rost schützt.

Die richtigen Werkzeuge sind für die Restaurierung das A & O

Wer arbeiten will, braucht dazu das nötige Werkzeug. Für das Aufbereiten alter Möbel, was am besten an der frischen Luft oder in einer gut belüfteten Garage geschieht, sollte folgendes bereitgelegt werden:

  • Spachtel
  • Pinsel
  • chem. Beize
  • Schmirgelpapier
  • elektrische Schleifmaschine (Exzenterschleifer)
  • Stahlbürste
  • Schraubenzieher
  • Handbesen
  • Wasser
  • Schwamm
  • Einmalhandschuhe oder Gummihandschuhe
  • Mundschutz

Wer sich für die Schleifmethode mit einer elektrischen Schleifmaschine entscheidet, benötigt mehrere Arbeitsgänge, wobei nach jedem Arbeitsgang kräftig abgekehrt werden sollte.
Man beginnt mit einem [highlight color=“yellow“]80er-Körnung Einsatz und fährt schrittweise mit dem 120er- 180er- und 240er- Einsatz weiter[/highlight], bis alle Lackschichten gründlich entfernt sind. Das kann einige Kraft kosten, auch wenn mit der Maschine gearbeitet wird, spart aber wesentlich Zeit.

Wer die chemische Beize benutzt, muss sie zuerst auftragen und nach Angaben des Herstellers einwirken lassen. Das kann unterschiedlich lang dauern. Im Anschluss daran prüfen, ob sich der Lack schon gelöst hat. Ist das der Fall, werden die Lackrückstände – eine zähe, klebrige Schicht, mithilfe des Spachtels abgetragen. Das kann eine Weile dauern. Die Rückstände müssen gesammelt und gesondert entsorgt werden, oft entalten alte Lacke Blei. Sie gehören nicht in den Hausmüll!

Manchmal ist auch bei dieser Behandlung ein zweiter Arbeitsgang notwendig, in diesem Fall hilft alles nichts – also nochmals Beize auftragen, oder den Rest mittels eines Schleifgerätes entfernen, mit dem Exzenterschleifer kommt man auch an schwierige Stellen. Immer Vorsicht beim Arbeiten, damit das Holz nicht beschädigt wird! Nach dem Beizen bekommt die Truhe ein kleines Bad. [highlight color=“yellow“]Mit Wasser und Schwamm werden restliche Beiz- und Lackrückstände entfernt[/highlight], wobei auch die Drahtbürste für Kanten und Beschläge eingesetzt werden kann.

Truhe © Photographee.eu / fotolia.de
Truhe © Photographee.eu / fotolia.de

Nun darf die Kiste in Ruhe austrocknen, um in einem letzten Arbeitsgang, einem weiteren Schleifgang, den letzten Schliff zu bekommen.
Soll die Truhe nun wieder neu lackiert werden, ist in jedem Fall auf die Umweltverträglichkeit der neuen Produkte zu achten. Es gibt schöne Lacke, bei denen die Maserung des Holzes sichtbar bleibt.

Chemische Beize kann, wenn sie eingeatmet wird, zu Kopfschmerzen und anderen Beschwerden führen, weshalb Vorsicht im Umgang mit diesen Mitteln angeraten ist. Also: an frischer Luft und am besten mit Atemschutz arbeiten!

Nachdem der Lack von der Truhe entfernt ist, wird die Holzmaserung wieder schön sichtbar. Als letzter Arbeitsschritt wird dann noch die Holztruhe mit einer Holzlasur oder einem Holzwachs bearbeitet um das Holz dauerhaft zu schützen.