Unterhaltsvorschuss – wann hat wer welchen Anspruch

28 Januar, 2013 keine Kommentare »
Unterhaltsvorschuss – wann hat wer welchen Anspruch

Die Familiensituation in Deutschland kriselt immer weiter. Bei einer aktuellen Scheidungsrate von mehr als 50 %, gibt es vermehrend Familien, bei denen das Thema “Unterhalt” ein alltägliches ist. In Fällen eines nicht zahlenden, getrenntlebenden Elternteils gibt es als Unterstützung den Unterhaltsvorschuss, welcher vom Jugendamt gewährt wird.


Was ist der Unterhaltsvorschuss?

  • Der Unterhaltsvorschuss soll die Unterhaltszahlungen des nicht zahlungsfähigen Elternteils ganz oder ergänzend abdecken.

Wann bekommt man Unterhaltsvorschuss?

Oftmals ist es so, dass das von der Familie getrenntlebende Elternteil nicht oder nur teilweise in der Lage ist, den gesetzlichen Anteil an Unterhalt seinen Kindern zukommen zu lassen. Ist dies der Fall, so haben die Kinder ein Recht auf Unterhaltsvorschuss.

Wer hat Anspruch auf einen Unterhaltsvorschuss und in welcher Höhe?

Unterhaltsvorschussberechtigt sind Kinder bis zum 12. Lebensjahr, welche bei einem alleinerziehenden Elternteil leben und keinen oder nur unregelmäßigen Unterhalt vom getrenntlebenden Elternteil erhalten.
Der Unterhaltsvorschuss kann maximal 72 Monate beanspruchen werden.
Diesen Vorschuss wird der Staat von dem getrenntlebenden Elternteil zurückfordern, vor allem in den Fällen, in welchen dieses Elternteil zwar ganz oder teilweise zahlungsfähig ist, aber trotzdem nicht zahlungsbereit ist.
Die Höhe des Vorschusses richtet sich nach dem Alter des Kindes, das heißt, dass Kinder bis zu ihrem 6. Lebensjahr einen Anspruch auf 133 € pro Monat, bis zu ihrem 12. Lebensjahr auf 180 € pro Monat haben.

Über den Anspruch von Unterhaltsvorschuss entscheidet die Unterhaltvorschuss-Stelle. Dies ist das Jugendamt, in dessen Bezirk das betroffene Kind lebt. Dort muss ein schriftlicher Antrag gestellt werden.
Für diesen Antrag gibt es ein Formular und ein Merkblatt, welches Informationen über den Unterhaltsvorschuss bereithält. Diese Unterlagen gibt es bei der Gemeinde-, Stadt- oder Kreisverwaltung.
Die Entscheidung über den Antrag wird schriftlich mitgeteilt. Ihm kann entweder ganz oder nur teilweise entsprochen oder er kann abgelehnt werden. Wird der Antrag ganz oder teilweise abgelehnt, so kann man noch einen Rechtsbehelf einlegen, welcher zu einer weiteren Überprüfung führen würde.

Bei weiteren Fragen ist die Seite des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu empfehlen:
http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Der-Unterhaltsvorschuss,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

zum Thema passend

Kommentieren