Hecke schneiden – wie und wann ist der richtige Zeitpunkt

1 Mai, 2012 keine Kommentare »
Hecke schneiden – wie und wann ist der richtige Zeitpunkt

Je nach Funktion, Wachstumshöhe und Dichte wird die Entscheidung der Heckenart getroffen. Hecken erfüllen mehrere sinnvolle Aufgaben: Sie sind Sicht- und Windschutz, dienen als Schattenspender, Staubfilter und „schlucken“ manchen Lärm. Als lebender, immergrüner Zaun, in Kombination mit blühenden Gehölzen, ist er eine Dekoration, Zierde für das Gartengrundstück und bietet darüber hinaus einen natürlichen Lebensraum für Insekten, Kleinlebewesen und Vögel.

Es gibt verschiedene Arten von Hecken

  • Schnitthecken als immergrüne Laubgehölze (z.B. Buchsbaum, Kirschlorbeer),
  • als Laub abwerfende Gehölze (z.B. Feldahorn, Weißdorn, Hainbuche),
  • als Nadelgehölze (z.B. Scheinzypresse, Lebensbaum, Eibe) oder
  • als blühende Hecken (z.B. Forsythie, Schlehe) und frei wachsende Hecken.

Frei wachsende Hecken benötigen keinen regelmäßigen Schnitt, um sie in eine gewisse Form zu bringen. Ein abwechslungsreiches Bild ergibt die Mischung mit Blütensträuchern und Laubgehölzen. Solche Hecken sollten genügend Raum haben, um sich entfalten zu können. Schnitthecken sind aus einer Pflanzensorte und werden meist als lebender Zaun genutzt. Mit der mechanischen oder elektrischen Heckenschere wird die Höhe, Breite und Dichte festgelegt.

Hinweis: In Kleingartenanlagen bestimmen die Reglements die Größe der Gehölze. Deshalb sollte bei der Auswahl von immergrünen Hecken (Buchsbaum oder Nadelhölzer) beachtet werden, dass ihre Höhe bis zu 5 Meter werden kann! Wie bei einer „Hausordnung“ ist eine regelmäßige Pflege erforderlich.
Normalerweise lässt man eine Hecke als Höhenmaß in “Augenhöhe”, denn je höher die Gehölze werden, desto mehr Zeit- und Kraftaufwand wird zur Pflege benötigt und umso mehr Schnittgut fällt an.

Wie lassen sich die Hecken gerade schneiden

Für kleinere Hecken genügt der Einsatz einer Bypass- oder Amboss-Schere. Es sind kurze Handscheren, geeignet für nicht zu dicke Äste und Zweige. Auch die manuelle Heckenschere (längere Schneideblätter) lässt einen gleichmäßigen Schnitt zu, ist aber Zeit- und Kraftaufwändig.
Eine elektrische Schere muss eine Mindest-Schwertlänge haben, die die Heckenbreite beschneiden kann. Die Geräteleistung nach Heckengröße und Aststärke wählen.
Auch der untere Heckenbereich benötigt Sonnenlicht. Deshalb sollte die Schnittform ein Trapez ergeben, von unten nach oben schmaler werdend.

  • Von unten nach oben wird die elektrische Heckenschere zum Schneiden “gezogen”, in Wuchsrichtung der Äste.
  • Gleichmäßiges Schneiden, um “Löcher” in der Heckenwand zu vermeiden.
  • eine Schnur als Hilfsmittel zu spannen

Damit die obere Heckenebene keine “Berg- und Tal-Bahn” wird, empfiehlt es sich, eine Schnur als Hilfsmittel zu spannen. Am besten eignen sich an beiden Enden der Hecke zwei Holzstangen oder Stäbe aus Kunststoff (z.B. Tomatenstäbe) in die Erde zu schlagen, an denen man in der Schnitthöhe eine Schnur spannt, die mit der Wasserwaage in eine Gerade gebracht wird. Bei sehr niedrigen Hecken kann man sich eine gerade Latte auf Ziegelsteinen legen und diese als “Führung” des elektrischen Sägeblattes nutzen.
Wer ein gutes Augenmaß hat, wird die Hecke von der einen Seite oben kürzen, dann von der gegenüberliegenden.
Für hohe Hecken, mit denen man mit der Körpergröße nicht heranreicht, sollte man eine stabile Zwei-Seiten-Leiter nutzen. Beim Schneiden ist darauf zu achten, dass die elektrische Zuleitung aus Sicherheitsgründen hinter dem eigenen Körper verläuft. Hecken aus Buchsbaum können kreative Gebilde darstellen. Kugel, Kegel oder professionelle Figuren sind ein „Hingucker“.

Zu welcher Jahreszeit sollten Hecken geschnitten

Eine gesetzliche Regelung sieht vor, dass das komplette Abschneiden, eine völlige Zerstörung der Hecke zwischen dem 01. März und 30. September nicht gestattet ist. Für viele Vögel ist die Hecke Nist- sowie Brutstätte und muss geschützt werden.
Während der Brutzeit, dem Füttern der Jungvögel im Nest, verbietet sich das Schneiden von selbst. Die Geräusche, die Vibration, die beim Schneiden entstehen, müssen den kleinen Lebewesen wie „Erdbeben“ vorkommen.
Das Schneiden taktet jeder nach seinen Zeitverhältnissen ein. An kühleren Tagen beziehungsweise nicht gerade in der Mittagshitze, ist diese Arbeit sinnvoll.
Das Zurückschneiden frei wachsender Hecken ist dann erforderlich, wenn sie über die Grundstücksgrenze hinauswachsen, benachbarte Pflanzen in der Entwicklung einschränken. Im März/April oder im Oktober/November kann hier ein Auslichten, abschneiden kranker und abgestorbener Äste erfolgen.

Im Juni können Schnitthecken (aus Laub abwerfendes Gehölz) in Form gebracht werden. Ein Korrekturschnitt erfolgt Ende August. Im Frühjahr, vor dem Austrieb oder Ende August, können immergrüne Hecken einen neuen Schnitt erhalten.
Blütenhecken statt zurückschneiden, besser auslichten. Frühlingsblüher sofort nach der Blüte beschneiden, Sommerblüher im Herbst oder im März.

noch ein Tipp:
Hecken sind Pflanzen und benötigen ebenfalls Wasser und Nährstoffe. Im Frühjahr mit mineralischem Dünger behandeln und ausreichend wässern.
Rindenmulch an der Hecke dämmt den Unkrautwuchs und hält den Boden länger feucht.

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