Natursteinmauer im eigenen Garten selber errichten

23 März, 2014 keine Kommentare »
Natursteinmauer im eigenen Garten selber errichten

Eine Mauer aus Natursteinen eröffnet im Garten viele neue Gestaltungsmöglichkeiten. Sie kann als urige Sitzmauer genutzt werden, klassische Terrassenbeete einrahmen oder als neuer Lebensraum für Pflanzen dienen. Naturstein schmeichelt dem Auge und geht mit den Pflanzen eine harmonische Verbindung ein.


Geeignet sind Steine aus Basalt und Granit ebenso wie klassischer Sandstein oder Findlinge. Die Steine gibt es in vielen Farbschattierungen. Eine große Auswahl finden Sie im Natursteinhandel odee online auf den Seiten von Natursteinpark Ruhr. Es ist ebenso möglich, die Steine aus einem in der Nähe befindlichen Steinbruch zu kaufen. Außer Naturstein gehören Sand, Schotter oder Splitt als Füllmittel zu den Baumaterialien. Stemmeisen, Hammer und robuste Handschuhe sind unentbehrliche Helfer beim Mauerbau.

  • Basalt, Granit, Sandstein oder Findlinge
  • Sand
  • Schotter / Split als Füllmittel
  • Stemmeisen
  • Hammer
  • robuste Handschuhe

Vorbereitung für eine Natursteinmauer

Die Natursteinmauer ist ein mehr oder weniger regelmäßiges Schichtwerk und wird Trockenmauer genannt. Beton oder Mörtel kommen nicht zum Einsatz. Untergrund und Schichtweise sind ausschlaggebend für die Stabilität der Mauer. Die Vorbereitung beginnt mit dem Fundament. Dieses muss bei einer Trockenmauerhöhe von 1 Meter, die ein Terrassenbeet begrenzt, 30 cm tief sein. Die Breite des Fundamentes steht im direkten Verhältnis zur Breite der Mauerkrone. Der Standardwert hierfür beträgt 40 cm und daraus resultiert eine Mauerfuß- oder Fundamentbreite von 64 cm. Das Bett des Fundamentes wird durch Stampfen verdichtet und mit Schotter oder Splitt aufgefüllt.

Natursteine aufschichten

Die größeren Steine werden in den unteren Schichten der Mauer verwendet. Die schmalere Seite des jeweiligen Steines wird nach hinten verbaut. Die Natursteinmauer ist ein Schwergewicht und wird mit 10 % Neigung in Richtung Erdreich geschichtet.
Schotter, Splitt und Sand stützen das Bauwerk von hinten und werden zwischen die Steinmauer und das Erdreich gefüllt. Durch die unterschiedliche Größe der Natursteine und das versetzte Schichten entsteht rasch ein charaktervolles und einmaliges Mauerbild.

Steinmauer © flickr.com / margaretha_hopfner-thank you all!

Steinmauer © flickr.com / margaretha_hopfner-thank you all!

Kreuzfugen sind aus Stabilitätsgründen nicht erwünscht. Die Steine werden ineinander verkeilt und stützen sich auf diese Weise gegenseitig. Die bei diesem Prozess entstehenden Lücken können nicht mit Erde aufgefüllt werden, da diese durch Regen- oder Gießwasser ausgespült wird. Dafür werden Schotter oder Splitt genutzt.

Natursteine werden in unterschiedlichen Größen angeliefert. Selbst wenn sie eine bestimmte Handelsgröße haben, wird kein Stein dem anderen gleichen. Die Nachbearbeitung auf das Wunschmaß ist mit Hilfe von Stemmeisen und Hammer schnell erledigt. Die Verwendung von annähernd gleichen Steingrößen in Quaderform hat eine regelmäßige Mauerstruktur zur Folge.

Bei dieser Schichtweise gilt es zu beachten, dass die Stoßfugen versetzt werden. Die Regelmäßigkeit der neuen Natursteinmauer bringt mehr Ruhe und Struktur in den Garten. Die Ursprünglichkeit des Gesteins tritt mehr in Erscheinung, wenn die Steine unbearbeitet bleiben. Der Garten erhält so einen wilden Hauch.

In einem Quadratmeter Mauerwerk steckt rund eine Tonne Naturstein. Dieser Wert variiert leicht je nach Gesteinsmaterial: Sandstein ist leichter als Granit. Der Arbeitsprozess wird durch einen pyramidenförmigen Aufbau der Steine erleichtert und geht schneller von der Hand.

Natursteinmauer bepflanzen

Die Bepflanzung der Natursteinmauer wird idealerweise während des Aufschichtens der Steine vorgenommen. Die Wurzeln der Pflanzen werden dazu mit reichlich Muttererde umhüllt und in eine Lücke im Mauerwerk gesetzt. Zu beachten ist, dass die Wurzeln Kontakt zum Erdreich hinter der Mauer herstellen können. Als Pilotprojekt eignet sich eine einfache Natursteinmauer von einem Meter Höhe für ein Terrassenbeet.

Freistehende Natursteinmauern bestehen immer aus zwei Wänden und stützen sich gegenseitig. Natursteinmauern ab zwei Meter Höhe bedürfen einer Standfestigkeitsbescheinigung.

Eine weitere noch detailliertere Anleitung vom Fachmann kann man auf http://www.lwg.bayern.de/landespflege/gruenflachenbau_pflege/38506/lesestein.pdf  nachlesen.

Hier noch einmal die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Kiesgraben als Untergrund
  • ca. 10% Neigung gegen den Berg oder Böschung
  • Steine flächenbündig aufschichten
  • in den entstandenen Lücken können Blumen / Steingartenpflanzen gesetzt werden
  • Mauer mit Kies hinterfüllen

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