Zündkerzen am Auto selber wechseln – wenig Aufwand mit dem richtigen Werkzeug

17 Oktober, 2013 keine Kommentare »
Zündkerzen am Auto selber wechseln – wenig Aufwand mit dem richtigen Werkzeug

Früher mussten bei den Otto-Motoren die Zündkerzen recht oft, meistens schon nach allen 15.000 – 30.000 Kilometern, ausgetauscht werden. Das heißt, dass dies in der Werkstatt direkt mit gemacht wurde, wenn die regelmäßige, größere Inspektion anstand. 


Da sich mit den Jahren aber die Materialien stetig weiter entwickelt haben und heutzutage Longlife-Kerzen verwendet werden, sind die Intervalle je nach Autohersteller und Motor viel länger und ein Austausch der Kerzen ist nur noch nach ca. allen 60.000 Kilometern nötig. Viele Autofahrer sind daher oftmals leicht dazu geneigt, einem Zündkerzenwechsel nur noch wenig Bedeutung zuzumessen. Das erweist sich aber zumeist als Fehler, da sich durch erhöhten Verbrauch und Zündaussetzer die schon recht abgenutzten Zündkerzen bemerkbar machen. Wer also seine Zündkerzen regelmäßig wechselt, spart viel Ärger und vor allem Geld.

Auf die richtigen Zündkerzen kommt es an

Zündkerze © DS  / pixelio.de

Zündkerze © DS / pixelio.de

Je mehr Zylinder ein Fahrzeug besitzt, desto mehr Zündkerzen werden benötigt. Jeder Zylinder benötigt eine Zündkerze. Interessanterweise gibt es im Handel eine enorme Anzahl verschiedenster Zündkerzen-Arten. Um die richtigen Zündkerzen zu kaufen, lohnt der Blick in den Fahrzeugschein, denn über die Typen- und Fahrgestellnummer findet man darin die passende Kerzenart für das Fahrzeug. Auch die Motorisierung des Fahrzeugs spielt hierbei eine Rolle. Bei dem Kauf von Zündkerzen sollte nicht das günstigste Angebot gekauft werden, sondern besser zur Iridium- oder Platinkerze gegriffen werden.

Vor dem Kauf neuer Zündkerzen ist unbedingt darauf zu achten, welche Art von Zündkerzen im Fahrzeug verbaut wurden. Am besten achtet man auf die Daten, die auf den Kerzen stehen oder schaut direkt in den Fahrzeugschein nach. Mit Hilfe der Schlüsselnummer lassen sich schnell die passenden Zündkerzen finden. Wichtig ist es nur, dass für jeden Zylinder die identische Zündkerze verwendet wird. Wenn nicht die gleiche Art Zündkerzen gekauft wird, kann es nach dem Einsetzen der neuen Kerzen passieren, dass das Fahrzeug nicht mehr richtig zieht oder der Motor nicht rund läuft.

Zündkerzen mit dem Zündkerzenschlüssel wechseln

Um die Zündkerzen am Fahrzeug zu wechseln, wird als Werkzeug lediglich ein Zündkerzenschlüssel benötigt. Alternativ kann auch eine Knarre mit entsprechendem Kerzenaufsatz (Nuss) oder auch ein Steckschlüssel verwendet werden.

Um die Zündkerzen zu wechseln, wird wie folgt vorgegangen:

  • Zunächst sollte die Motorhaube geöffnet und nach den Zündkabeln Ausschau gehalten werden. Meistens befinden diese sich seitlich, vom Zündverteiler zum Motorblock oder zum Zylinderkopf führend. Besitzt das Fahrzeug einen Vierzylindermotor, so gibt es dementsprechend vier Zündkabel, die meistens schwarz, oft aber auch andersfarbig sind.
  • Um an die Zündkerzen heran zu kommen, müssen die Zündkerzenstecker mit ein wenig Kraftaufwand abgezogen werden. Sodann kann man den oberen Teil der alten Zündkerzen sehen. An diesen oberen Enden wird der Kerzenschlüssel angesetzt und die Zündkerze damit nach links heraus gedreht.
  • Anschließend werden die neuen Kerzen eingesetzt und nach rechts festgezogen. Dabei unbedingt auf den richtigen Anzugsdrehmoment achten. Ist die Zündkerze zu lose eingedreht, hat dies eine schlechtere Abdichtung und vor allem Wärmestau zur Folge. Ist die Zündkerze zu kräftig angezogen worden, kann dies den Zylinderkopf und auch das Gewinde der Kerzen beschädigen. Daher ist die Verwendung eines Drehmomentschlüssels hierfür zu empfehlen. Zu den richtigen Anzugswerten kann man sich beim Kerzenhersteller, im Fachhandel oder beim Kundendienst des Autoherstellers oder einer Werkstatt informieren.
  • Wenn kein Drehmomentschlüssel zur Verfügung steht, gibt es eine nützliche Faustregel: Besitzt die neue Zündkerze einen Dichtring auf dem entsprechenden Gewinde, wird in 90° festgezogen, was einer Viertelumdrehung entspricht. Hat die Zündkerze keinen solchen Dichtring, sind 15° ausreichend, was ca. zwei Minuten auf dem Uhrenziffernblatt entspricht.
  • Ist die Montage abgeschlossen, werden die Kerzenstecker auf die Zündkerzen gesteckt und es ist zu prüfen, ob die Zündkabel sauber verlegt sind. Anschließend kann die Motorhaube geschlossen und das Fahrzeug gestartet werden. Wenn dabei der Motor rund läuft und vor allem erst mal anspringt, ist der Zündkerzenwechsel erfolgreich vollzogen.

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