Das gemeinsame Sorgerecht beantragen

6 August, 2013 keine Kommentare »
Das gemeinsame Sorgerecht beantragen

In Deutschland obliegt das Sorgerecht im Normalfall immer beiden Elternteil – nur in Ausnahmefällen ist eine explizite Regelung des Sorgerechts notwendig. Insbesondere muss das Sorgerecht bei unehelichen Kindern und im Falle einer Scheidung der Eltern überdacht und reglementiert werden.


Wie kann die Vaterschaft anerkannt werden?

Sofern der leibliche Vater die Vaterschaft von sich aus anerkennen (und somit das gemeinsame Sorgerecht erwerben will), geschieht dies beim zuständigen Jugendamt. Hier liegen Formulare bereit – eine Unterschrift genügt bei der freiwilligen Anerkennung. Verweigern Kindsvater oder Kindsmutter eine solche Anerkennung müssen gerichtliche Schritte eingeleitet werden.

Die Anerkennung der Vaterschaft ist in jedem Fall eine Voraussetzung für die Gewährung des Sorgerechts. Nach einer Scheidung der Eltern liegt die Anerkennung im Normalfall automatisch vor, da bei ehelich geborenen Kindern immer der Ehemann als Vater des Kindes gilt.

Sofern die Vaterschaft anerkannt ist, kann im Falle eines unehelichen Kindes das gemeinsame Sorgerecht durch eine Einverständniserklärung der Kindesmutter festgelegt werden. Ist die Mutter nicht einverstanden kann der leibliche und anerkannte Vater auf ein Sorgerecht klagen.

Im Falle einer Ehescheidung ändert sich erst einmal nichts am Sorgerecht. Sofern keine Partei rechtliche Schritte unternimmt, verbleibt das Sorgerecht bei beiden Elternteilen. Sollte bereits vor der Scheidung nur ein Partner sorgeberechtigt gewesen sein, bleibt auch dieser Status solange erhalten, bis die andere Partei dagegen vorgeht.
Das Sorgerecht wird nur in stark begründeten Fällen auf lediglich einen Elternteil übertragen oder aber wenn der betreffende Elternteil das Sorgerecht freiwillig abtritt.

Welche Rechte und Pflichten ergeben sich?

Sorgeberechtigte Eltern sind in der Verantwortung sich um das Kind zu kümmern. Sie haben das Recht – aber auch die Pflicht – Entscheidungen, die das Leben des Kindes tangieren, verantwortungsvoll zu treffen (sie entscheiden zum Beispiel darüber welche Schule das Kind besucht).

Bei einem gemeinsamen Sorgerecht müssen die Eltern ihre Entscheidungen bezüglich des Kindes absprechen. Ein Elternteil kann nicht ohne Einverständnis des anderen Entscheidungen über das Kind treffen.
Grundsätzlich obliegt das Recht auf Erziehung den Eltern – der Staat besitzt lediglich ein “Wächteramt” und darf nur dann eingreifen, wenn das Wohl des Kindes durch die Sorgeberechtigten gefährdet wird.

  • Übrigens: das Sorgerecht tangiert nicht die Verpflichtung zu Unterhalt. Ein Elternteil kann unterhaltspflichtig sein ohne gleichzeitig auch das Sorgerecht für das Kind zu besitzen.

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